Fenster tauschen Förderung 2026: Was BAFA zahlt und was neue Fenster bringen

Fenster tauschen: Wann lohnt es sich?

Alte Fenster aus den 1970er bis 1990er Jahren haben typischerweise U-Werte zwischen 2,5 und 5,0 W/(m2K). Moderne 3-fach-verglaste Fenster erreichen Werte von 0,7 bis 0,9 W/(m2K). Das bedeutet in der Praxis: bis zu 30 % weniger Wärmeverlust über die Fensterfläche – und spürbar niedrigere Heizkosten.

Dazu kommen weniger Zugluft, bessere Schalldämmung und ein höherer Einbruchschutz bei modernen Sicherheitsbeschlägen.

BAFA Förderung Fensteraustausch 2026

Das BAFA fördert den Fenstertausch im Rahmen der BEG Einzelmaßnahmen (BEG EM). Die aktuellen Sätze:

  • Grundförderung: 15 % der förderfähigen Kosten
  • Mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP): 20 % – gilt ab einem förderfähigen Investitionsvolumen von 30.000 Euro (neue Regel ab 21. Juli 2026)
  • Maximale förderfähige Kosten: 30.000 Euro pro Wohneinheit, mit iSFP 60.000 Euro
  • Maximaler Zuschuss ohne iSFP: 4.500 Euro; mit iSFP (bei großen Projekten): bis zu 12.000 Euro

Auch Dachfenster (z.B. Velux oder Fakro) sind förderfähig, wenn die technischen Anforderungen erfüllt sind. Ebenfalls förderfähig: Haustür- und Außentürentausch sowie Sonnenschutzsysteme.

Neue Regel ab 21. Juli 2026

Durch die BEG-Reform gilt seit dem 21. Juli 2026: Der iSFP-Bonus von plus 5 Prozentpunkten greift beim Fenstertausch nur noch, wenn die förderfähige Investition mindestens 30.000 Euro beträgt. Wer nur einzelne Fenster tauscht (typisch 10.000 bis 20.000 Euro), bekommt die Grundförderung von 15 % – ohne Aufschlag.

Für kleinere Fensteraustausch-Projekte kann der Steuerbonus nach Paragraph 35c EStG eine Alternative sein: 20 % der Kosten als Steuerermäßigung, verteilt über 3 Jahre.

Technische Voraussetzungen

Damit neue Fenster förderfähig sind, müssen sie einen Wärmedurchgangskoeffizienten (Uw-Wert) von maximal 0,95 W/(m2K) erreichen. Moderne 3-fach-Verglasung erfüllt diesen Wert problemlos.

Förderfähig sind sowohl Material- als auch Handwerkskosten für den fachgerechten Einbau. Eigenleistung wird nicht gefördert – der Einbau muss durch einen Fachbetrieb erfolgen.

Fenster und Dämmung kombinieren

Wer gleichzeitig Fenster tauscht und die Fassade dämmt, kann beide Maßnahmen separat beim BAFA beantragen. Wichtig: Keine Doppelförderung für dieselbe Maßnahme, aber verschiedene Maßnahmen können parallel beantragt werden.

Besonders sinnvoll: Wer ohnehin Gerüstkosten hat (z.B. für Fassadenarbeiten), kann Fenstertausch und Außendämmung in einem Zug erledigen – das spart erheblich bei den Gerüstkosten.

So läuft der BAFA-Antrag ab

  1. Energieberater beauftragen: Technische Projektbeschreibung (TPB) erstellen lassen
  2. BAFA-Antrag stellen (mein.bafa.de) – zwingend VOR der Auftragserteilung
  3. Fensterbauunternehmen beauftragen
  4. Einbau durch zugelassenen Fachbetrieb
  5. Verwendungsnachweis mit Rechnung und Technikerbestätigung einreichen
  6. BAFA zahlt den Zuschuss direkt aus

Auch die Fachplanung durch einen Energieberater wird separat mit 50 % gefördert (bis zu 2.500 Euro für Ein-/Zweifamilienhäuser).

Fazit: Fenster 2026 tauschen?

Wer alte Einfach- oder Zweifachverglasung hat, sollte handeln. Die Grundförderung von 15 % ist solide, und der Antrag ist im Vergleich zur Heizungsförderung weniger komplex. Wer mehrere Maßnahmen plant (Fenster, Dämmung, Heizung), profitiert zusätzlich vom iSFP-Bonus bei größeren Projekten.

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